Vor geraumer Zeit habe ich mich bei Hess-Natur als Tester für einen Cardigan beworben. Diese Strickjacke ist jetzt kein ausserordentlich ausgefallenes Design oder von einem bestimmten Designer in nur limitierter Auswahl vorhanden – nein, der Cardigan ist ein ganz schlichter, aber doch besonders. Denn er besteht aus 100% biologischer Merino-Wolle. Bisher muss ich ja zugeben, dass meine Kleidung nur bruchstückhaft biologisch oder aus fairem Handel besteht. Lange Zeit habe ich mir darüber keine großen Gedanken gemacht, aber in letzter Zeit denke ich viel darüber nach und ich möchte auch meinen Beitrag für eine bessere Welt liefern. Was mich allerdings noch davon abgehalten hat war oder ist es noch, der hohe Preis für die Bio-Qualität und zum anderen habe ich schon Kleidungsstücke gehabt, die zwar Bio waren, aber von der Qualität nicht gerade super waren, bzw. worüber ich mich im Nachinein geärgert habe soviel Geld für ein Pulli auszugeben, der nach 2x waschen total verzogen ist.
Hess-Natur ist mir schon lange ein Begriff, auch besonders aus der Babyzeit mit Lotta, denn dort bekommt man eben auch unbelastete Baby-Bodies. Daher war ich jetzt mal ganz gespannt ein Stück aus der Hess-Natur-Kollektion zu testen und um mich von der Qualität zu überzeugen. Insgesamt wurden 1500 Tester gesucht und beworben hatten sich sage und schreibe knapp 47000
Normalerweise hab ich bei sowas selten Glück, aber umso erfreuter war ich, dass ich doch als Tester mit dabei sein darf. Letzte Woche kam dann auch mein Paket an mit meinem persönlichen Cardigan in köngisblau und der Größe 40/42, sowie einer Flasche Weleda Granatapfel Pflegelotion. Den Cardigan habe ich dann auch gleich mal anprobiert – passt perfekt, also die Größenangaben stimmen schon mal
Mein erster Eindruck vom Tragegefühl war etwas skeptisch, denn der Stoff fühlte sich gar nicht so an, wie ich mir 100% Schurwolle vorgestellt hatte
Ein kurzer kratziger Moment am Arm, aber danach merkte ich nichts mehr davon. Im Gegenteil – die Strickjacke hat richtig schön gewärmt und das obwohl sie doch recht dünn ist. Ich fühlte mich einfach wohl darin – und das sage ich jetzt nicht nur so, um mich bei Hess-Natur einzuschleimen
Die Weleda Pflegelotion habe ich noch gar nicht richtig verwendet – nur mal dran geschnuppert, aber mehr dazu in einem anderen Bericht, denn als Produkttester für den Cardigan hat man nun einige Aufgaben zu erledigen. Jede Woche gibt es eine neue Aufgabe und die Lösung der Ersten möchte ich euch hier vorstellen
Die Aufgabenstellung
Nimm Deinen Cardigan mit ins Badezimmer und hänge ihn dort auf, bevor Du duschst – damit die Wollfaser möglichst viel vom Wasserdampf der Dusche aufnehmen kann. Zum besseren Vergleich, wie viel Wasserdampf der Cardigan speichern kann, hängst Du auch ein Baumwollshirt auf – Baumwolle kann weniger Wasser speichern als Schurwolle. Anschließend vergleichst Du beide Textilien nach der heißen Dusche.
Der Hintergrund
Die naturbelassene Schurwolle hat die Eigenschaft bis maximal einem Drittel ihres Eigengewichts in Form von Wasserdampf zu speichern. Dabei soll sie sich nicht nass anfühlen – Wassertropfen perlen sogar von der Außenseite der Faser ab. Wäre ja auch blöd, wenn es nicht so wäre – man stelle sich ein Merino-Schaf bei Regen vor
. Der Grund dafür ist die wasserabweisende Struktur der Wollfaser. Wenn Wasserdampf aufgenommen wird, wird dieser nicht ewig gespeichert, sondern mit der Zeit wieder abgegeben. Der Vorteil daran ist, dass man in einer feucht-kalten Umgebung trotzdem schön kuschelig warm gehalten wird.
Die Durchführung
Heute mittag hab ich dann mal so richtig schön heiß geduscht
Dabei habe ich den Cardigan und ein einfaches Baumwoll-Shirt meines Mannes vorher auf der Waage gewogen und dann auf Kleiderbügeln an die Dusche gehängt. Eigentlich bin ich auch ein recht schneller Duscher, aber heute hab ich mal etwas länger geduscht, damit auch richtig schön Feuchtigkeit im Bad entstehen konnte. Danach habe ich zuerst den Fühl-Test gemacht. Hierbei muss ich aber sagen, dass ich da keinerlei Unterschied zu vorher gemerkt habe. Vielleicht hab ich auch nicht heiß genug geduscht? Daher hab ich beide Teile danach auch gewogen und hier konnte man dann schon beim Wiege-Test einen erheblichen Unterschied merken:

Der Cardigan wog vorher 262g und das T-Shirt 182g – hier ist noch anzumerken, dass vom Gefühl her, das Shirt schwerer erschien. Ich war ganz erstaunt, dass der Cardigan doch einiges mehr wiegt. Nach dem Duschen wog der Cardigan 266g und das Shirt 183g – also hat mein Schurwolljäckchen ganze 4g Wasserdampf gespeichert, während das handelsübliche Baumwoll-T-Shirt mit Ach und Krach 1g aufgenommen hat.
Fazit
Da war ich ja doch überrascht, dass ich beim Wiegen wirklich einen Unterschied sehen konnte. Gut, bei 4g Wasserdampf kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Jacke sich da schon feucht anfühlen kann bzw. schwerer. Wenn es die Tage mal so richtig neblig ist, kann ich ja mal einen Nebel-Spaziergang machen ![]()
Jetzt bin ich mal gespannt welche Aufgaben da noch auf mich zukommen, aber bisher hats ja doch irgendwie auch Spaß gemacht

Schlecht sieht er ja nicht aus, aber ich hätte mal wieder ein riesen Größen problem.Deine größe würde mir an der Brust nicht passen.Eine Nummer Größer würde schlabberig aussehen und das mag ich wieder nicht
Obwohl ich sagen muss, dass es hier geht. Die Jacke dehnt sich nochn bissl und ich kann sie sogar zumachen
Aber ich weiß was du meinst, geht mir auch häufig so – hauptsächlich bei Blusen.
Gut Blusen trage ich ja überhaut nicht , das habe ich aufgegeben*Lach*
Klassische Blusen hab ich auch kaum noch im Schrank. Aber ich hab irgendwann mal nen Shop entdeckt die auf so Fälle wie wir spezialisiert sind. Wenn ich noch wüsste wie der heißt!
Also die Cardigan gefällt mir sehr gut.
Leider hat es bei mir mit der Bewerbung nicht geklappt…
Lg Genuss-Fee
Hallo Michaela und alle Interessierten,
wer sich für Hessnatur, Fair Trade, Ökologie und nachhaltiges Wirtschaften interessiert, sollte das hier vielleicht wissen, vor allem wenn sie/er bei Hessnatur einkauft mit der Absicht, die Welt ein bisschen besser zu machen:
Seit letztem Jahr versuchen engagierte Kunden und Mitarbeiter, für Hessnatur eine moderne Form betrieblicher Selbstverwaltung und -führung zu verwirklichen. Sie haben sich in der Genossenschaft hnGeno zusammengeschlossen, um ihre Firma zu kaufen und nachhaltig weiterzuführen. Stattdessen wurde aber Hessnatur Ende Mai von einem Schweizer Private-Equity-Fonds (sogenannte „Heuschrecke“) gekauft. Seitdem fließen die Gewinne von Hessnatur per „Gewinnabführungsvertrag“ an diesen Fonds mit Namen Capvis. Wer die Hintermänner, d.h. Geldgeber, von Capvis sind, ist schwer herauszubekommen, weil solche Fonds ein großes Interesse daran haben, ihre Kapitalgeber geheimzuhalten. Außerdem gehen die neuen Eigentümer von Hessnatur gegen eine kritische Webseite, die sich auch mit der Frage nach diesen Hintermännern beschäftigt hat, mit juristischen Mitteln vor, vertreten durch eine der größten Anwaltskanzleien der Welt (siehe wir-sind-die-konsumenten(.)de). Auf dieser Seite kann man auch einen “Konsumentenstandpunkt” veröffentlichen und Hessnatur, den neuen Eigentümern und der hnGeno signalisieren, welcher Meinung man ist. Manches Kritische darf man außerdem immer noch öffentlich aussprechen, z.B. das hier: www(.)dreigliederung(.)de/news/12100400.html
Die hnGeno steht für eine wirklich moderne, nachhaltige, verantwortliche und wirtschaftlich gerechte Form der Unternehmensführung, in deren Mittelpunkt nicht das Ziel der bloßen Profitmaximierung, sondern die sinnvolle und für Mensch und Natur verträgliche Befriedigung menschlicher Bedürfnisse steht. Was dagegen der neue Eigentümer mit Unternehmen macht, die er kauft, kann man z.B. hier nachlesen: www(.)dreigliederung(.)de/capvis/
Jetzt gehört Hessnatur jedenfalls einem Investor, der das Geld weiterer und meiner meinung nach z.T. sehr zweifelhafter Investoren verwaltet und vermehrt. Eine der ersten Aktionen dieses Investors war es übrigens, den langjährigen Geschäftsführer von hessnatur, Wolf Lüdge, der für den außerordentlichen Erfolg des Unternehmens in den letzten zehn Jahren verantwortlich gemacht wird, zu feuern – entgegen ihren ursprünglichen, natürlich nur mündlich gemachten Versprechungen. Hier kann man außerdem nachlesen, was aus den deutschen Mitarbeitern des bekannten Besteckherstellers WMF geworden ist, nachdem ihre Firma von Capvis gekauft wurde: www(.)swp(.)de/ulm/nachrichten/wirtschaft/WMF-fertigt-Rohbesteck-nur-noch-in-China;art4325,542219
Liebe Grüße
Thomas
P.S. Schau mal hier nach:
www(.)taz(.)de/!96175/
www(.)taz(.)de/!102856/
www(.)fr-online(.)de/wirtschaft/oekomode-hersteller-kritik-an-hessnatur-unerwuenscht,1472780,20073102.html
www(.)hngeno(.)de