Hygiene – Segen oder Fluch?

Sagrotan-Reise-Set

Aktuell streckt mich eine (vermutliche) Darmentzündung nieder. Das schwächt nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Psyche, denn eigentlich hab ich jetzt Urlaub und könnte soooo viel machen. Aber da ich immer eine Toilette in meiner Nähe brauche, kann ich weitere Ausflüge erst mal nach hinten schieben. Da es sich bei Durchfall durchaus auch um Bakterien oder Viren handeln kann und ich keine Lust habe, dass meine Tochter oder sonst wer aus meinem Haushalt sich daran ansteckt, desinfiziere ich nach jedem Besuch der Toilette dieselbige. Auch die Hände werden nach dem Waschen noch mit so einem Desinfektionsgel behandelt – sicher ist sicher. In der heutigen Zeit bekommt man ja solche Desinfektionsmittel in jeder Drogerie oder Supermarkt. Ich glaube der bekannteste Hersteller ist sicherlich Sagrotan. Anfangs fand ich die Idee wirklich klasse und beim Schauen der Werbung konnte ich mich plötzlich vor den kleinsten Dingen ekeln ;-) . Was da für Bakterien sich an Toilette, Geschirrtuch oder gar in der Wäsche tummeln! Pfui, das kann nicht gesund sein. Gut, dass es Desinfektionsmittel gibt für alle Bereiche des täglichen Lebens. Badreiniger, Waschmittel, Spülmittel, etc und so weiter.

Aber ist das auch wirklich so gesund?

Schnell kam die Ernüchterung. Studien zur Folge ist übertriebene Hygiene Schuld an vielen Krankheiten. Das Immunsystem lernt nicht, sich mit den Erregern auseinander zu setzen und es kommt häufiger zu Allergiene und chronischen Krankheiten. Gerade Kinder “kennen” ja nun mal nicht so viele Erreger wie wir Erwachsene. Damit sie ihr kleines Immunsystem trainieren können, müssen sie unweigerlich mit Bakterien in Berührung kommen. Was allerdings nicht heißen soll, dass ich meinem Kind nicht mehr die Hände waschen brauche, wenn es vorher auf Toilette war ;-) Bei den Bakterien gibt es ja auch Unterschiede. Es gibt da die schlimmen Krankheitserreger und auch ganz viele, relativ harmlose Vertreter. Die Luft die wir atmen ist voller kleiner Lebewesen und auch das Wasser was wir trinken. Auf unserer Haut, in den Haaren und einfach überall findet man Bakterien. Das ist nun mal so. Man muss für sich einen guten Mittelweg finden, wie man mit Bakterien und Erregern umgeht.

© ingo anstötz / pixelio.de

Hygiene muss sein

Es versteht sich von selbst, dass wir uns nach einem Toilettengang die Hände waschen oder schmutzige Wäsche waschen. Auch das Badezimmer oder die Küche wird gereinigt. Allerdings wird sie “nur” sauber gemacht und nicht desinfiziert. Das ist ein großer Unterschied. Bei der Reinigung mit Seife, gewöhnlichen Spülmittel oder normalen Waschmitteln wird die Wäsche, die Hände oder das Geschirr sauber, aber nicht keimfrei. Es reicht aber völlig aus, denn die Keimzahl wird verringert und die Gefahr sich mit gefährlichen Erregern zu infizieren auch. Ich habe da im Internet auch ein schönes Merkblatt des BfR gefunden, indem ihr gerne mal nachlesen könnt. Also für den täglichen Hausgebrauch sind normale Reinigungsmittel vollkommen ausreichend und Desinfektionsmittel unnötig. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier:

  • bei der Zubereitung von Babyfläschchen würde ich auf ein Auskochen der Flaschen nicht verzichten
  • wenn jemand im Haushalt an einer Darmerkrankung leidet (wie ich im Moment)
  • bei der Herstellung von Lebensmitteln, wie z.B. Marmelade, Eingekochtes, Joghurt usw.

Für unterwegs manchmal sinnvoll

Was mich persönlich aber wirklich anekelt sind öffentliche Toiletten. Gerade wenn ich unterwegs bin und dann auf eine stinkende, schon nach Krankheit ausschauende Toilette muss, wünsche ich mir häufig ein Mann zu sein ;-) Im Zweifelsfall kann ich mich schwebend über der Toilette entleeren :lol: , aber wenn Lotta mit dabei ist, dann wirds schon schwieriger. Wenn ich versuche die über die Toilette zu halten, dann landet wohl das meiste daneben wie drin. In solchen Fällen bin ich ehrlich gesagt froh, dass es Desinfektionsmittel gibt. Ganz praktisch gibt es von Sagrotan kleine Sets, die prima in die Handtasche passen:

Sagrotan-Reise-SetDas war mir schon ein großer Helfer als wir jetzt im Zoo waren. Auf der Raststätte ging es ja – Dank 70Cent konnte ich auf eine saubere Toilette gehen, aber im Zoo war ich mir nicht sicher. So konnte ich schnell mal den Rand säubern und mir nachher die Finger. Auch wenn ich sonst im privaten häuslichen Gebrauch ein Gegner von zu übertiebener Hygiene bin, so finde ich die Desinfektionsmittel für zu Hause trotzdem gut, denn manchmal kann man schon mal mehr Hygiene gebrauchen. Es darf eben nicht zu viel werden.

Oder wie seht ihr das?