EKB – Juni 2012 – Lernen und lernen lassen

Kurz vor dem letzten Juni-Tag kommt auch bei mir noch der Beitrag zur Eltern-Kind-Blogparade von Testmama. Ja, ich weiß, ich bin spät dran und die arme Kerstin hat sicherlich gen Ende des Monats jede Menge Artikel zu lesen, aber ich habs einfach nicht früher geschafft. Das Thema seht ihr ja schon in der Überschrift – es geht ums Lernen. Mit dem Thema tu ich mich grad ein wenig schwer, denn das ein oder andere hab ich schon in anderen Beiträgen gelesen und im Prinzip gibt es von mir da nicht viel mehr dazu zu sagen.

Lernen müssen Kinder viel – von Anfang an. Sie müssen erst mal lernen mit der neuen Umgebung klar zu kommen, mit dem Leben ausserhalb des Bauches. Da fällt mir gerade ein, dass ich Lotta heute abend eine Geschichte erzählen sollte. Seit ein paar Monaten möchte unsere Tochter, dass wir ihr Geschichten erzählen – also nicht vorlesen! Sie gibt dann ein paar Stichpunkte vor und mein Mann oder ich – wir müssen uns dazu ne Geschichte ausdenken. Das fiel mir anfangs recht schwer, aber auch da habe ich mittlerweile gelernt und auch, wenn die Geschichten nicht sehr ausgeklügelt sind, so kommen sie ganz gut an bei der Kurzen ;-) . Na jedenfalls gab es heute folgenden Hinweis zur Geschichte:
Lotta im Kinderwagen“Ich will eine Geschichte von einem Baby im Kinderwagen, dass glücklich ist und einem Baby das weint im Krankenhaus im Bauch.”
Ok – *grübel* – naja, das Krankenhaus hab ich weggelassen und so erzählte ich ihr eine Geschichte vom kleinen Baby, dass noch nicht lange auf der Welt war und sich so freute, wenn es im Kinderwagen lag und sich den Himmel und die Wolken anschauen konnte. Dann besuchte es mit seiner Mama eine Freundin, die ein Baby im Bauch hatte. Das Baby im Bauch weinte, aber das konnte nur das kleine Baby im Wagen hören. Es fragte, warum es so traurig sei, dabei antwortete das Bauch-Baby, es merke, dass es bald aus dem Bauch der Mutter raus müsse und es Angst hätte und viel lieber im schönen warmen, kuscheligen Bauch bleiben möchte. Da erzählte ihm das Wagen-Baby, dass es ausserhalb des Bauches ja auch soviel zu sehen gibt und das es keine Angst haben muss. Es erzählte ihm von den Wolken, von dem Himmel und – ganz wichtig – von seiner Mama, die es jetzt endlich auch mal von außen sehen konnte ;-) . Da war das Bauch-Baby beruhigt und machte sich sofort auf den Weg nach draußen :-)

Was ich damit noch sagen möchte, ist, dass wir alle in einem stetigen Prozess des Lernens sind. Carlotta lernt, wir lernen, die Großeltern lernen. Ich selbst habe schon einiges an Erfahrungen gesammelt und Hemmungen überwunden, nur weil es meine Tochter gibt. Ich habe gelernt zu singen (wenn auch nicht DSDS-mäßig :mrgreen: ), Geschichten mir auszudenken, zu kuscheln, Nerven zu bewahren und, und, und.

Was mir zum Thema “Lernen und lernen lassen” noch einfällt:

Es ist zwar manchmal schwer, aber wir Eltern müssen unseren Kindern einfach die Möglichkeiten geben Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Wenn ich z.B. meinem Kind immer alles vor die Nase trage, lernt es nichht selbständig zu werden. Natürlich nur so weit, wie das Kind auch möchte. Es bringt ja auch nichts ein Kind zu etwas zu zwingen. Daher kann ich jetzt einfach mal aus meiner Erfahrung mit Lotta berichten – was vielleicht bei einem zweiten Kind schon wieder ganz anders sein könnte ;-) (Sag niemals Nie – das habe ich mittlerweile auch gelernt).

Anfangs war ich ja noch sehr besorgt und ängstlich, was den Umgang mit Lotta anging und auch Rote Beete essendamit, was ich ihr zutrauen kann und was nicht. Irgendwann gab sich das so peu à peu (schreibt man das so?) und ich lernte sicherer zu werden und meinem Kind auch etwas zuzutrauen. So aß Carlotta mit knapp 11 Monaten relativ normal zu Tisch mit. Klar, ich kochte gewürzarm und mit viel Gemüse, aber es gab dann auch mal ein Pfefferbeißer oder was Süßes. Beim Gemüse oder beim Essen generell änderte sich bei Carlotta schon des Öfteren die Listen “Ess ich”, “Esse ich nicht”. Ich bot ihr aber immer und immer wieder die Sachen an, die sie eigentlich nicht mag, damit sie es wenigstens probiert. Mittlerweile isst sie vieles, was sie früher gar nicht gegessen hat. ;-) Den “Anstandslöffel” hatte meine Mutter schon bei mir im Einsatz. “Nur mal probieren” war ihr Standard-Spruch, wenn ich mal was nicht essen wollte. Und oftmals schmeckte es mir doch – so wie bei Carlotta jetzt.

Aber so ist das mit vielen Dingen. Ich muss sie einfach mal machen lassen, damit sie lernt wie es richtig ist. Ich lasse sie sich dreckig machen beim Essen, damit sie lernt besser aufzupassen. Mittlerweile kann sie ohne Probleme Suppe löffeln. Ein Lätzchen haben wir hier schon ewig net mehr. Sie muss sich die Schuhe mal verkehrt rum anziehen (was hier sehr oft der Fall war), bis sie merkt wie sie richtig rum gehören. Sie muss auch mal beim Laufrad fahren hinfallen, von der Schaukel plumpsen, sich nen Finger quetschen oder sich ins Bad einschließen. Aus Fehlern lernt man und was einem zuerst sehr unangenehm war, dass bleibt dann auch oft in Erinnerung ;-) . Als Eltern müssen wir lernen zu vertrauen und die Kinder auch mal selbst etwas machen lassen. Auch wenn nachher die Küche einem Schlachtfeld gleicht, das schöne weiße T-Shirt Tomatenflecken hat oder die Haar plötzlich etwas kürzer – Shit happens, aber das gehört dazu.

Unser Zwerg, der eigentlich für sein Alter schon ein Riese ist ;-) ist in vielen Dingen sehr selbständig – nur beim Schlafen nicht. Da wird sie wieder zum Baby und sucht die Nähe der Mutter. Naja, auch das werden wir irgendwann lernen, so wie sich vieles eben von alleine ergibt.

Deshalb halte ich auch nichts von Frühförderung und was es da alles gibt. Im Kindergarten lernen sie auch schon so viel, da müssen sie nachmittags nicht noch in irgendwelche Kurse. Was ich mir noch gefallen lasse ist z.B. “Kinderturnen”, wo sie einfach mit gleichaltrigen Kindern zusammen toben können. Carlotta verbringt ihre Nachmittage oft zusammen mit ihrem Nachbarn, der ist ebenfalls 3 Jahre alt und bei so schönem Wetter wie heute flitzen die beiden mit dem Laufrad durch die Gegend! Sie streiten sich, sie versöhnen sich und lernen voneinander. Wenn sie bei uns sind, spielt er mit ihr Mutter, Vater, Kind und schiebt auch schon mal den Puppenwagen durch die Gegend oder bekocht Lotta und wenn sie bei ihm sind wird mit den Traktoren und Autos gespielt. Da er mehr der Draufgänger ist, hat Lotta auch schon bei einigen Sachen ihre Angst verloren. Seit unser Nachbar z.B. Laufrad fährt, klappt es auch plötzlich bei ihr ganz gut ;-) .

Quad fahrenSo, jetzt hab ich aber genug geplappert, denn soviel wollte ich gar nicht schreiben. Zu guter Letzt hab ich beinah die Sponsoren vergessen, die da wären: schulranzen.com, rucksack-spezialist.de, Ben und Bella.

Kommentare (4)

  1. Die Geschichte ist zauberhaft *lächel*

    ich finde gut, was du schreibst mit dem “machen lassen” – es zeigt auch, dass Du gelassen damit umgehst (und keiner kann das von Anfang an …;-))
    So Bilder wie sie essensverschmiert da sitzt haben wir hier auch – und mein Mann beispielsweise findet es garnich witzig, wenn alles auf dem Boden landet beim Essen lernen – jedesmal nicht – dafür ist er in anderen Dingen gelassener als ich :-)

    und ja man schreibt es peu á peu ;-)

    Liebe Grüße
    Elli

    • Anfangs war ich auch noch viel vorsichtiger und ängstlicher. Hab mich von blöden Ratgeber-Büchern und Internet-Seiten verrückt machen lassen ;-) Aber mit der Zeit hab ich “gelernt” gelassener zu werden und das ist auch gut so.
      Mein Mann wollte da auch immer verrückt werden, wenn Lotta so ne Sauerei veranstaltet hat, aber mittlerweile hat ers akzeptiert :-D

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